Fermers Wanderungen 8

Wieder begegnete er einem fremden Stamm, der sich in die Dünen zurückgezogen hatte und dort ein sehr heimliches Leben führte. Manchmal (im frühen Morgengrauen) kamen seine Mitglieder hervor und belegten ihre Plätze, aber er bekam sie nie zu Gesicht.

Tag der deutschen Einheit 2

Während des Festaktes zum Tag der deutschen Einheit (in der Mainzer Rheingoldhalle) warte ich auf die zupackende Rede, eine Deutung der Gegenwart. (Warum sprechen schon wieder Politiker, warum keine Schriftsteller, die so etwas können?) Und? Nichts da –  ich empfange nur knochentrockenes Feierdeutsch mit Bedenkenkurven. Der fünfte Satz von Robert Schumanns „Rheinischer Symphonie“ – das allein bleibt und fegt die steife Verwaltungsstunde in die Rheinauen.

Tag der deutschen Einheit 1

Während des ökumenischen Gottesdienstes im Mainzer Dom am Tag der deutschen Einheit warte ich darauf, dass die Geistlichen zum politischen Anlass einen zupackenden theologischen Kommentar finden: Wie lässt sich die wiedergefundene deutsche Einheit durch einen wiedergefundenen biblischen Text deuten? – Und? Nichts da, es kommt zu keiner Begegnung.

Heimatlesung

In meinem Heimatort Wissen/Sieg werden die Zuhörerinnen und Zuhörer nach meiner sonntäglichen Matinee-Lesung so vorbildlich versorgt, dass sie das „Kulturwerk“ nicht mehr verlassen, sondern über Mittag bleiben wollen.

 

Lesereise

Während einer Lesereise empfiehlt sich einfache, schlichte, gesunde Ernährung (Foto 1). Als mich die freundlichen Buchhändlerinnen im Oberhessischen jedoch leicht abgemagert sehen, geben sie mir gute oberhessische „Ahle Wurst“ (Foto 2) mit auf Reisen.

 

Störungen

Durch Hackerangriffe auf die Datenbanken der RandomHouse-Verlage wurde auch dieser Blog erheblich „in Mitleidenschaft gezogen“. Viele Einträge und Fotos (des späten August und des September) müssen wiederhergestellt werden. Ich bitte dafür noch um etwas Geduld – und setze meine Blogarbeit weiter fort.

Fermers Wanderungen 7

Als er aus den Wäldern auf die Lichtung trat und hinab auf die Stadt (war es denn eine Stadt?) blickte, war der Anfang des großen Gedichts wieder da, das der einzige Sänger dieses weiten Raums erträumt hatte. Und er hörte und sah es summen:

Wieder ein Glück ist erlebt. Die gefährliche Dürre geneset,
Und die Schärfe des Lichts senget die Blüte nicht mehr.
Offen steht jetzt wieder ein Saal, und gesund ist der Garten,
Und von Regen erfrischt rauschet das glänzende Tal,
Hoch von Gewächsen, es schwellen die Bäch und alle gebundnen
Fittige wagen sich wieder ins Reich des Gesangs.
Voll ist die Luft von Fröhlichen jetzt und die Stadt und der Hain ist
Rings von zufriedenen Kindern des Himmels erfüllt.
Gerne begegnen sie sich, und irren untereinander,
Sorgenlos, und es scheint keines zu wenig, zu viel.